Auf den folgenden Text aus unserer Enzy basierend, möchte ich hier eine Art Grundlage für den Begriff des "Schamanen", bzw. Zauberers in der Kultur der Dalloali verfassen. Der Begriff Schamane stammt ursprünglich aus Sibirien und wird von mir aus diesem Grund auch nicht weiter verwendet. Die Nennung in der Titelzeile soll nur den Eindruck vermitteln, um was es hier geht. (Zum Begriff des Schamanen.)
Hului & Kelui
Der Dalloali glaubt, dass die ihn umgebende Welt belebt ist. Eine Vielzahl von Göttern, Geistern und Ahnen umgibt ihn stetig. Jede Kreatur, jede Pflanze und jedes Objekt haben eine eigene Existenz und einen eigenen Geist. Dadurch stehen sie auch in Beziehung zum Menschen und können auf ihn einwirken. Daraus ergibt sich ein kompliziertes Geflecht aus Beziehungen. Dieses Geflecht und das wahre Wesen hinter der sichtbaren Welt können nur Hului und Kelui sehen. Dazu gehören die Organe und Teile des Menschen ebenso, wie das Wesen einer Pflanze oder eines Tieres.
Die Ahnengeister, Geister und Götter gehören zwar zum gleichen geografischen Raum, aber zur unsichtbaren Welt. Nur ein ausgebildeter Magier kann verbindlich feststellen, ob in einem Beutetier ein Geist oder ein Gott innewohnt. Aus diesem Grund werden Jagdgruppen stets von einem Magier begleitet.
In der Dalloali-Gesellschaft hat sich eine Zweiteilung der Magie manifestiert. Die männlichen Magier werden Kelui genannt. Die Kelui betreiben hauptsächlich Jagd- und Kampfmagie. Die von ihnen zum Körper hin ausgeführten Zauber sind zumeist zerstörerischer Art.
Die Hului (weiblichen Magier) weben Schutzzauber, Heilzauber und entscheiden für die dörfliche Gemeinschaft, z.B. welche Felder gerodet oder bepflanzt werden, welche Pflanzen stehenbleiben müssen und welche unbedingt gefällt werden müssen. Der Fokus der Hului ist stark an ihr Dorf gebunden. Das Dorf und seine Gemeinschaft müssen mit Hilfe der Magie vor Unbill und Zorn von Geistern oder Göttern geschützt werden.
Man kann vereinfacht sagen, dass dem männlichen Prinzip der Magie die Zerstörung und dem weiblichen Prinzip die Bewahrung zu Grunde liegen.
Aber es gibt auch Zauber, wie z.B. das Erschaffen eines Schrumpfkopfes, die nur von beiden Prinzipien gemeinsam gewirkt werden können. Aus diesem Grund stehen die Magieausübenden einer Insel in einem stetigen, losen Kontakt.
Die Kraft der Hului/Kelui erwacht im Laufe der Kindheit und wird von einem Hului/Kelui erkannt. Diese/r nimmt den/die potentielle/n Nachfolger/in in die Lehre. In einer Initiationszeremonie wird aus dem Kind ein/e erwachsene/r Hului/Kelui. Die Kraft der Hului/Kelui stammt von Geistern und Ahnen, die diese/n (und den dem Magier innewohnenden Geist/Seele) unterstützen. Ihren Sitz hat sie häufig auch in Gegenständen, wie einer Rassel oder einer Trommel. Zum Beispiel versinnbildlicht das Schlagen einer Trommel den Dialog mit dem Geist. Dieser Dialog wird zumeist von Gesängen unterstützt, die dem Geist die Situation oder das Problem vortragen.
Der Magier versetzt sich in einem Zustand der Trance, in dem die Grenze zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt durchlässig wird. Nun kann er/sie ebenso Einfluss auf die unsichtbaren Elemente nehmen. Bei der Reise ihres Geistes/Seelenflug wird eine Hului wird zumeist versuchen einen feindlichen Geist zu überreden oder zu bestechen. Ein Kelui wird mit ihm ringen und ihn niederkämpfen. Zur Unterstützung dienen den Magiern verschiedene Hilfsinstrumente, magische Substanzen, Hilfsgeister oder Ahnengeister. Jede Hului wird vom Ahnengeist einer Hului begleitet und beschützt. Dies ist zumeist die eigene Lehrerin/Vorgängerin.
Nicht jeder Magier ist gleich stark. Es gibt in jeder Ausprägung, Hului und Kelui, sowohl starke als auch schwache Magier. Sie können aber auch mit einer schwachen Begabung als Traumdeuter oder Geschichtenerzähler/Bewahrer der Vergangenheit eine wichtige Position innerhalb der Gesellschaft besetzen. Oder auch mit einer sehr starken Begabung zur Bedrohung dieser werden, indem sie eine feindliche Position zu ihr einnehmen. Zum Beispiel leben auf einigen Inseln vereinzelt Kelui, die sich einer besonderen Form ihrer Magie angenommen haben. Sie sind zumeist verachtet und werden als Ursache von Pestilenzen, Krankheiten und Nantutu gesehen.
Auf einer Insel am Rand des Archipels lebt eine Gemeinschaft von Kelui und Hului. Von diesen wird gesagt, dass sie sehr mächtig sind. Das auf der Insel ausströhmende Gas hat mannigfaltige "Nebenwirkungen", unter Anderem Blindheit und Wahnsinn. Dennoch ist die Insel so eine Art Zentrum der magischen Macht und wird von jedem Hului oder Kelui mindestens ein Mal in seinem Leben besucht.
Der Glauben der Dalloali
Die Dalloali glauben an die sechs Tiergötter Donnerechse, Piranha, Krokodil, Barracuda, Anakonda und Hai. Ihre Gemeinschafthäuser in den Dörfern sind gleichzeitig auch Tempel und Opferstätte für die Götter. In ihnen gehen die Hului, die weisen Frauen, ein und aus. Hier werden auch die Schrumpfköpfe hergestellt sowie die Körper zum Verzehr oder zur Opferung vorbereitet. Um das Nantutu, die Wiederkehr von Toten, zu verhindern, muss der Körper verspeist werden. Meist werden aber auch die Götter bedacht. Jedem Gott ist ein Platz auf der Insel angedacht, an dem er Opfer entgegennehmen kann. Doch finden keine Anrufungen statt, denn auch, wenn die Dalloali ihre Götter ehren wollen, wollen sie lieber nicht ihre Aufmerksamkeit erregen.
Die Dalloali glauben, dass alle Teile ihrer Umgebung verwandtschaftlich miteinander verbunden sind. Deshalb erscheint es ihnen auch nur natürlich, dass sie nach dem Ableben der Toten ihre Körper essen, denn es scheut sich auch niemand die Pflanzen des Feldes oder die Tiere zu essen.
Der Tod an sich ist für den Dalloali eine Ehre, da sein Körper und seine Kraft entweder in die Gemeinschaft einfließen oder der Ehre der Götter verantwortet wird. Die größte Angst eines Dalloali ist daher, in seinem Kopf gefangen zu sein, obwohl sein Körper schon lange verspeist ist. Daher versucht ein in der Schlacht schwer verwundeter Dalloali stets, durch einen gezielten Stich ins eigene Auge dem Geist einen Weg zur Flucht zu bahnen.
Außerdem wissen die Dalloali, dass ihre Götter unter ihnen wandeln. Und deshalb töten sie die Tiere, welche die Gestalt ihrer Götter haben nur, wenn sie unbedingt müssen. Denn zu groß ist die Angst, es könne in Wirklichkeit ein Gott selbst sein. Dieser würde zwar in anderer Gestalt wiederkehren, denn die Götter können nicht wirklich sterben, aber die Rache und der Zorn könnten fürchterlich sein. Und so finden sich überall auf den Inseln, auf den Booten und Behausungen der Menschen Schutzzeichen um die Götter fern zu halten und ihren Unmut nicht zu erwecken. Trotzdem passiert es immer wieder, dass der Geist der Donnerechse oder die anderen Götter ihren Tribut an Leben fordern. Diese getöteten Dalloali werden direkt dem Kreislauf des Lebens zugeführt, denn ihr Leib wurde von den Göttern verspeist. Selbst wenn der Körper nicht vollständig verzehrt wurde, müssen die Verwandten kein Nantutu, die Wiederkehr, befürchten.
Vor der Jagd rufen die Männer oft den Geist der großen Mutter, damit sie sie unbeschadet über sich gleiten lässt, und auch den alten Frauen ist sie Schutzgeist. Die Brüder Mala, Tama und Fentala werden zur Erntezeit angerufen und jeder Dalloali kennt die Macht, die dem reinigenden Feuer innewohnt.
Die Dalloali glauben, dass alle Teile ihrer Umgebung verwandtschaftlich miteinander verbunden sind. Deshalb erscheint es ihnen auch nur natürlich, dass sie nach dem Ableben der Toten ihre Körper essen, denn es scheut sich auch niemand die Pflanzen des Feldes oder die Tiere zu essen.
Der Tod an sich ist für den Dalloali eine Ehre, da sein Körper und seine Kraft entweder in die Gemeinschaft einfließen oder der Ehre der Götter verantwortet wird. Die größte Angst eines Dalloali ist daher, in seinem Kopf gefangen zu sein, obwohl sein Körper schon lange verspeist ist. Daher versucht ein in der Schlacht schwer verwundeter Dalloali stets, durch einen gezielten Stich ins eigene Auge dem Geist einen Weg zur Flucht zu bahnen.
Außerdem wissen die Dalloali, dass ihre Götter unter ihnen wandeln. Und deshalb töten sie die Tiere, welche die Gestalt ihrer Götter haben nur, wenn sie unbedingt müssen. Denn zu groß ist die Angst, es könne in Wirklichkeit ein Gott selbst sein. Dieser würde zwar in anderer Gestalt wiederkehren, denn die Götter können nicht wirklich sterben, aber die Rache und der Zorn könnten fürchterlich sein. Und so finden sich überall auf den Inseln, auf den Booten und Behausungen der Menschen Schutzzeichen um die Götter fern zu halten und ihren Unmut nicht zu erwecken. Trotzdem passiert es immer wieder, dass der Geist der Donnerechse oder die anderen Götter ihren Tribut an Leben fordern. Diese getöteten Dalloali werden direkt dem Kreislauf des Lebens zugeführt, denn ihr Leib wurde von den Göttern verspeist. Selbst wenn der Körper nicht vollständig verzehrt wurde, müssen die Verwandten kein Nantutu, die Wiederkehr, befürchten.
Vor der Jagd rufen die Männer oft den Geist der großen Mutter, damit sie sie unbeschadet über sich gleiten lässt, und auch den alten Frauen ist sie Schutzgeist. Die Brüder Mala, Tama und Fentala werden zur Erntezeit angerufen und jeder Dalloali kennt die Macht, die dem reinigenden Feuer innewohnt.
Wettstreit der jungen Krieger
Nachdem sich die Veranstalter für den Kindermarsch nur bei (der schon abwesenden *g*) Laola bedankt haben, möchte ich mich ausdrücklich auch noch bei unseren Helfern bedanken.


*Applaus*
Danke Leute, Ihr habt das klasse gemacht!!
Dieser erfahrene Kämpfer tanzte mit den jungen Kriegern einen Haka.
Danke Leute, Ihr habt das klasse gemacht!!
Dieser erfahrene Kämpfer tanzte mit den jungen Kriegern einen Haka.
Dieser junge Krieger beeindruckte die jungen Kämpfer
nachhaltig durch seine Ernährungsgewohnheiten.
nachhaltig durch seine Ernährungsgewohnheiten.

Dieser junge Krieger zeigte den jungen Kämpfern
wie man Augäpfel sicher heim bringt.
Athaii stellt sich vor
Ha! Der vierte Nachschlag hat es ins Follow geschafft.
Ja, ja, ich weiß – Ihr wisst alle, dass mein Enzyname Athaii ist.
Aber: Es wird dringend Zeit für eine Charaktervorstellung.
Hier findet ihr den ersten Teil:
Sprich nicht mit den Toten
Mhara räuspert sich – das Mädchen hat schon wieder nicht aufgepasst. Wie soll sie nur jemals eine anständige Hului1 werden, wenn sie nie zuhört und gehorcht? Die wichtigsten Gesetze der Hului und diese dreiste Göre tritt sie mit den Füßen. Mhara kratzt sich am Kinn. Wenn da nicht – ja, wenn da was nicht?
Einige Mondwechsel zuvor
Es war ein stürmische Nacht. Die Bewohner des Dorfes hatten sich im Whare matoro2 zusammengefunden. Blitze zuckten über den Himmel, der Wind beugte die Palmen am Strand und heulte um die Hütten. Eine Talgschale erleuchtete die Gesichter der Frauen. Trommeln und Gesänge erklangen: Sie riefen die Atua3 um Schutz an. In einer Pause zwischen den einzelnen Donnerschlägen schepperte es an der Absperrung. Überraschung huschte über die Gesichter, wer mochte an solch einem Abend dort draußen sein? In der Hoffnung in dieser Nacht keinen Nantutu4 vertreiben zu müssen, hoben sie den Vorhang an, der das Whare5 vor dem Wind und der Nässe schützte.
Draußen standen zwei Gestalten, beide in große Tücher gewickelt. Als sie auf die Planken der ersten Plattform traten, erkannte Mhara, dass die größere Gestalt auf einen Stock gestützt war und stark humpelte. Und sie sah das Zeichen – auf die Stoffbahn war mit kundiger Hand ein großes Tapu6 aufgemalt. Es musste eine Hului sein, oder ein Gesandter.
Mhara grifft nach ihrem eigenen Tuch, wickelte es um und nahm ihren Stab. Dann holte sie, wie die Tradition es erfordert ein Raurau7 und eine Natinati8. Die beiden Gestalten warteten regungslos auf der Plattform, während sich Mhara näherte. Dreimal klopfte sie mit dem Rākau9 auf den Boden und sprach: „Haere mai rarata haino, mate ana taurekareka hākere matengo“10. Dann wartete sie einen kurzen Moment auf das rituelle Nicken ihres Gegenübers, bevor sie Raurau und Natinati auf den Boden vor die Füße der Ankommenden platzierte. Sie erkannte die Tataui11 an den Fesseln der wartenden Frau, die zweite Gestalt schien ein Kind zu sein. Dann drehte sie sich um und ging, ohne zurückzublicken, in das Whare mataoro zurück. Die wartenden Frauen hielten sichtbar den Atem an, als die Größere der Neuankömmlinge sich bückte. In einer solchen Nacht rechneten sie mit dem Schlimmsten. Würde es zu einer Forderung für ihre Hului kommen? Mhara war zwar noch nicht alt, aber auch nicht mehr die Jüngste – der Tag würde kommen, an dem sie einer Jüngeren weichen müsste. Als die angekommene Frau die Nuss aufhob und das Blatt nicht beachtete waren sie beruhigt. Es würde zu keinem Konflikt kommen.
Alle Frauen kehrten an ihre Plätze zurück – so wie es das Zeremoniell will. Erst danach traten die beiden Unbekannten ein. Nun, als die Unbekannte das Tuch herunternahm, erkannte Mhara Henuntalu, die Hului von Alea kala. Wenn sie in solch einer Nacht dieser Reise auf sich nahm, musste sie ein wichtiges Anliegen antreiben. Mhara scheuchte ihre Schülerin Feniata auf, sie sollte wärmende Umhänge und heiße Steine besorgen. Ihre Schwester Thikitau war ebenfalls aufgestanden, um zu helfen und Wasser für das traditionelle Paramanawa12 zu bereiten. Die Gäste nahmen Platz. Vorsichtig klappte Henuntalu ihr rechtes Bein über das verkrüppelte. Die zweite Person war tatsächlich ein Kind, ein Mädchen mit der hellen Haut und den hellen Haaren der Leute aus Alea kala. Sie wirkte müde, blitzte Mhara aber trotzdem mit einem herausforderndem Blick aus ihren grünen Augen an. Aber schon kehrten Feniata und Thikitau zurück und das Paramanawa konnte beginnen.
Die Paramanawa-Zeremonie zieht sich üblicherweise Stunden hin, in denen immer wieder verschiedene Getränke und Köstlichkeiten kreisen. Die anwesenden Hului tauschen Sprichwörter und Geschichten aus. Während des Paramanawa wird niemals über Dinge von Belang geredet.
Das Mädchen war schon längst auf einer Matte zusammengesunken und eingeschlafen. Henuntalu hatte fürsorglich einen Umhang über sie gebreitet und ihr die Haare aus dem Gesicht gestrichen. Ob das Kind ihre Tochter war? Aber sie sah ihr nicht ähnlich – Henuntalu stammte nicht aus Alea kala und hatte braune Haare und eine dunkle Haut. Dann war es endlich soweit, die restlichen Frauen zogen sich in ihre Whare zurück.
„Mhara“, hob Henuntalu ihre Stimme: „Mein Kommen ist nicht zufällig und mein Anliegen ist wirklich wichtig. In Alea kala herrscht eine Epidemie. Der Großteil der Frauen ist schon krank, einige sind bereits gestorben. Und obwohl ich bereits Hilfe bei den Größten der Hului erfragt habe, kann mir niemand ein Heilmittel gegen diese Krankheit nennen. Dieses Mädchen, Athaii, ist meine Schülerin. Sie ist die Enkelin von Āwenewene, der Ältesten unseres Dorfes. Ihr Mutter war eines der ersten Opfer der Krankheit. Das Ganze geht enorm schnell, binnen einer Flut sind sechs Frauen gestorben. Die erste haben wir noch gegessen. Aber dann habe ich mir überlegt, dass die Krankheit das Fleisch vergiftet haben könnte – und so haben wir den anderen die Gnade verwehrt und sie bei den Tempeln verbrannt. Als ich abgereist bin, waren drei weitere erkrankt.
Die Kinder werden aus irgendeinem Grund verschont. Noch keines ist bisher davon betroffen worden. Ich mache mir große Sorgen um unser Dorf und die Bewahrung unsere Lebensweisen. Deshalb bin ich hergekommen. Athaii lebt schon seit zwölf Mondwechseln bei mir. Sie ist sehr begabt. Mhara bitte, nimm sie als deine Schülerin an. Das Dorf wird eine Hului brauchen, wenn ich nicht mehr lebe. Falls jemand diese furchtbare Krankheit überlebt, werden es die Kinder sein. Jemand muss das Dorf wieder aufbauen. Athaii wird die Richtige dafür sein.“
Mhara runzelte die Stirn. Sie konnte nicht „Nein“ sagen. Solch eine Bitte von einer Hului konnte sie nicht ablehnen, das brächte Unglück. Sie nickte und versprach sich um Athaii zu kümmern. Direkt am nächsten Morgen reiste Henuntalu wieder ab. Sie hatte es eilig und wollte die verbliebenen Frauen von Alea kala nicht in ihrem Elend alleine lassen.
Heute
„Mhara, da ist ein junger Mann an der Absperrung! Es ist ein Gesandter!“ ruft Mehannatewu aufgeregt, während sie in die Whare puni13 tritt. Mhara unterbricht Athaiis Lektion. Es hat ja eh keinen Zweck, das Mädchen ist einfach zu verstockt. Wahrscheinlich hat sie auch gar keine Begabung, Henuntalu hat sich sicher geirrt. Wieder einmal denkt Mhara darüber nach, ob es nun inzwischen wohl gelungen ist die Krankheit einzudämmen. Es wäre so schön, Henuntalu ihre Schülerin zurückzugeben.
Mit diesen Gedanken kommt sie an der Absperrung an. Eine Traube junger Schönheiten hat sich dort schon gebildet. Eine besonders Kecke hängt sich etwas über den Zaun, während sie mit dem jungen Krieger scherzt. Zu solchen Dingen steht Mhara jetzt nicht der Sinn. Sie scheucht die Horde weg, bevor sie ihn barsch fragt, was er hier will.
„Mein Name ist Pītouwai. Ich lebe in den Whare whitu tāne14 in der Nähe von Alea kala. Der Kelui15 unserer Kairākau16 schickt mich in die umliegenden Kāinga17. In Alea kala sind nur noch junge Mädchen und kleine Kinder am Leben. Die Krankheit hat alle erwachsenen Frauen getötet. Ein paar ältere Männer sind zwar als Matua kēkē18 dort geblieben. Aber das Dorf wird nicht weiter bestehen können, wenn sich nicht einige Frauen entscheiden dort die whare hāih appen19 zu übernehmen.“
Nun ist es gewiss, Henuntalu ist gestorben. Mhara macht eine zustimmende Handbewegung: „Wir werden darüber entscheiden, ob eine unserer Schwestern diese Aufgabe übernehmen möchte.“
In diesem Moment regt es sich bei den Hütten. Vier junge Frauen eilen heran, sie haben dem Gespräch neugierig gelauscht. Auch Thikitau und einer ihrer älteren Schwestern, Matahaea, sind darunter.
Sie erklären sich bereit nach Alea kala zu gehen. Der junge Mann nickt zufrieden: „Das ist gut, nun kann ich in mein Whare whitu tāne zurückkehren. Der Kelui wird mit mir zufrieden sein.“Als die jungen Frauen am nächsten Morgen abreisen wollen steht auch Athaii vor den Hütten. Sie trägt ihre Schlafmatte auf dem Rücken. „Ich gehe mit“, erklärt sie.
Mhara würde dieses sture Kind gerne gehen lassen. Aber sie hat Henuntalu versprochen Athaii zu einer Hului auszubilden. „Und was willst Du dort tun, Taitamaiti20?“
„Ich werde die Hului unseres Dorfes sein. Ich weiß schon alles, was ich wissen muss.“ Athaii stampft zu Bekräftigung ihrer Worte mit dem rechten Fuß auf.
Aber Mhara stellt sich ihr in den Weg: „Wenn du schon alles weißt, dann wirst du dich ja gerne einem Kräftemessen mit mir stellen. Und dann findest du den Weg auch problemlos allein.“ Sie wendet sich den jungen Frauen zu: „Geht nun! Die Atua werden über euch wachen.“ Dann malt sie ein Tapu in die Luft und dreht sich um. Die jungen Frauen winken noch einmal ihrer Sippe und gehen dann los. Athaii verzieht trotzig das Gesicht. So einfach will sie es der Alten nicht machen. In ihrer Arroganz denkt sie, dass Mhara das Kräftemessen verlieren wird.
Stunden später sitzen die Frau und das Mädchen in der Whare puni. Rauchkräuter vernebeln die Sicht, beide haben die rituellen Bemalungen angelegt. Der Takiele teke21 hat ihnen die Tore zu den Atua geöffnet. Mhara rasselt mit einem Beutel voller Knochen, Athaii hält ein Tatangi22 in der rechten Hand. Um in ihren Zwist zu entscheiden rufen sie die Atua. Die Hului, die zuerst ein sichtbares Unterstützungszeichen erhält, wird den Wettkampf gewonnen haben. Gesänge erfüllen die Hütte. Die Köpfe von Athaii und Mhara werden immer schwerer. Endlich: Vor Mharas Füßen bilden die dort liegenden Blüten und Blätter ein Muster. Mhara lächelt, Tiana23, hat sie noch nie im Stich gelassen. Sie lässt den Gesang ausklingen und bedankt sich lautlos.
Doch in diesem Moment beginnt Athaii zu sprechen. Aber wer singt da noch, wenn Athaii spricht? Und was für eine Sprache ist das? In Mharas Ohren klingt es ähnlich wie der Dialekt des Dorfes, aber es fehlen Silben und manche Worte kennt sie nicht. Athaii liegt auf dem Rücken, die Augen weit geöffnet. Ihre Hand hält weiter das Tatangi umklammert und bewegt sich rhythmisch.
Mhara berührt das Kind vorsichtig an der Schulter und schüttelt sie. Jetzt fokussiert sich ihr Blick. Da schaut sie etwas aus den Augen des Mädchens verärgert an und zischt mit fremder Stimme: „Purari paka!“24 Erschrocken reißt Mhara ihre Hand weg. Jetzt wird der kleine Körper von einer fremden Macht geschüttelt. Im nächsten Moment ist es vorbei. Athaiis verschlafene Augen schauen sie erstaunt an. Doch dann scheint sie sich zu erinnern.
„Entschuldige Māhita25, ich war respektlos zu dir. Ich werde deinem Urteil gehorchen“, sagt sie und erhebt sich. Athaii macht die traditionelle Handbewegung der rituellen Ehrerbietung und biegt ihren Kopf leicht nach unten. Dann dreht sie sich um, geht in zu ihrem Schlafplatz, legt sich nieder und schläft sofort ein.
Mhara ist sehr überrascht. Ein Geist muss in Athaii eingedrungen sein. Wahrscheinlich war es das. Aber dann? Vielleicht hat ihr Hilfsgeist sie beschützt. Aber woher kommt der plötzliche Sinneswandel? Das Mädchen muss durch die sonderbare Erfahrung eingesehen haben, dass es noch keine vollständige Hului ist. Ja, genauso muss es sein.
In den darauf folgenden Tagen ist das Mädchen freundlich und respektvoll. Doch dann beginnen die Fragen und Botschaften. Bei der ersten klopft Athaii Kānga26. Der Schlegel geht rhythmisch auf und ab. Man hört ein leichtes Schmatzen, mit dem die Körner zu Brei werden. Als Mhara an ihr vorbeigeht fragt Athaii ohne zu ihr aufzublicken: „Bitte Māhita, wer ist Tiana?“
Der Schlegel fährt weiter auf und nieder. Mhara hält inne. Wo mag sie den Namen aufgeschnappt haben? Dann antwortet sie: „Tiana ist meine Hākui27. Sie war eine Hului und meine Māhita. Sie hat mir alles beigebracht, was ich weiß.“ Athaii nickt. Der Schlegel fährt weiter auf und nieder. Mehr scheint sie nicht fragen zu wollen.
Am nächsten Tag fragt Athaii während sie eine Kererū28 rupft: „Bitte Māhita, sagt mir, warum nicht alle Ahnen immer bei uns sind.“ Darauf hat Mhara keine Antwort. Sie schluckt.
„Aber Hine29, die Ahnen sind immer bei uns.“
„Nein, sind sie nicht. Tiana hat mir gesagt, dass sie Ngāti Toa vermisst. Er ist nicht bei uns.“
Während der ganzen Zeit des Gesprächs hat Athaii Mhara nicht ein einziges Mal angesehen. Jetzt hebt sie den Kopf und schaut sie mit ihren grünen Augen an: „Māhita, Hine-tītama lässt Dir ausrichten, dass sie keinen Groll gegen dich hegt. Du darfst dir keine Vorwürfe machen.“
Mhara schüttelt erschreckt den Kopf und macht ein Zeichen gegen den bösen Blick. Das kann nicht sein. Die Toten reden nicht. Sie geben ihnen Zeichen und Hinweise, aber sie unterhalten sich nicht mit den Lebenden. Darüber muss sie noch einmal nachdenken und die Atua befragen.
In der Whare puni wirft Mhara die Knochen. Das Karakia30 muss ihr eine Antwort liefern. Aber egal wie lange sie es auch versucht, heute scheint ihr der Zugang verwehrt zu sein. Die Botschaften werden immer nur verwirrender. Tod liegt zu Fisch, Auge über Haus und Beute unter Gemeinschaft – das macht keinen Sinn! Mhara beschließt Athaii selbst zum Geschehen des Kräftemessens zu befragen. So kann das nicht weitergehen.
Am Abend bittet sie das Mädchen zu sich an die Rauchschale: „Athaii, ich habe dich bisher nicht gefragt, was du an diesem Abend gesehen hast. Ich dachte, dass du eingesehen hast, dass du noch lernen musst und wollte nicht weiter daran rühren. Jetzt muss ich aber wissen, was geschah.“
Athaii hebt leicht den Blick und begegnet ihren Augen. Wieder hat Mhara den Eindruck, dass das Kind dort nicht alleine herausschaut. Sie schaut weg und täuscht vor mehr Rauchkraut auflegen zu wollen. Als Mhara wieder zu Athaii sieht, beginnt diese zu erzählen: „Māhita, du und ich, wir saßen hier. Das Rauchkraut zog in dichten Schwaden durch die Whare und es wurde immer kälter, aber der Takiele teke wärmte meinen Körper. Ich fühlte mich ganz leicht in mir drin. Dann tauchte plötzlich vor mir eine Frau auf. Sie war schön, üppig, mit glänzend schwarzen Zähnen und einem dicken dunklen Zopf. Ich hatte überhaupt keine Angst, weil sie so schön und so strahlend war. Sie sagte `Hallo Hine, ich bin Tiana´ und gab mir ihre Hand. Kaum berührte ich sie, sah ich, dass da noch viel mehr Leute standen. Sie bildeten einen Halbkreis um uns. Dort an der Türe stand Punga31, an der anderen Seite war Mangō-taniwha32. Sie waren alle freundlich und ich hatte keine Angst. Dann stand plötzlich eine dunkle Gestalt im Kreis, sie hatte ein großes Tuch um sich gewickelt. Sie fasste mir ans Kinn und ich sah, dass es Henuntalu war. Sie war sehr verärgert. Mit lauter Stimme hat sie mich angeschrien. Sie hat gesagt, dass ich noch lange nicht soweit bin ihren Platz einzunehmen. Und sie war enttäuscht, dass ich nicht bereit war alles bei dir zu lernen, was du mir beibringen kannst. Sie sah so schrecklich aus, ihre Augen und ihre Zähne waren ganz weiß, ihre Haut war dunkel und faltig. Ich hatte sehr große Angst. Henuntalu hat mich geschüttelt und ich habe geschrien. Dann hat sie mich losgelassen. Ich musste ihr versprechen ihren Platz einzunehmen und bis dahin alles zu lernen, was ich kann.“
Mhara nickt langsam, das erklärt die wundersame Wandlung ihrer Schülerin. Aber wie kann es sein, dass die Atua mit ihr geredet haben. Sie musste Tiana gesehen haben, die Beschreibung stimmt aufs Wort. Aber das kann kaum sein – normalerweise begleitet der Atua der Māhita nur ihre Schülerin33. Mhara kann keine anderen Atua sehen und nur ganz selten kann sie unter dem Schnitzwerk die Verkörperungen der beiden Götter erkennen. Henuntalu hatte doch Recht, das Kind ist sehr begabt. Aber dieser Umgang mit den Atua ist gefährlich.
„Hine, du hast deiner alten Māhita Henuntalu versprochen nun auf mich zu hören, stimmt das?“
Athaii nickt schüchtern.
„Sehr gut. Dann lass mich dir erklären, dass es eine Trennung zwischen der diesigen und der jenseitigen Welt gibt. Nur die Nantutu wandeln stetig auf dieser Schwelle. Daher dürfen die Atua nicht mit uns reden und wir nicht mit ihnen. Wir können sie anrufen, mit ihnen singen und tanzen – aber die Verbindung, die du eingegangen bist überschreitet die Schwelle. Du hast ein tapu34 gebrochen. Halte Dich von dieser Welt fern und überschreite diese Schwelle nie wieder.“
Der erste Blick in Athaiis Augen erinnert Mhara wieder an das trotzige, kleine Ding, mit dem sie die letzten Fluten zu tun hatte. Dann wird ihr Gesichtsausdruck jedoch milder.
Sie nickt fast unmerklich: „Ja, Māhita.“
– Fortsetzung folgt –
1 Weiblicher Schamane
2 Versammlungshaus
3 Ahnen
4 Untote, Zombies
5 Haus
6 Schutzzeichen
7 Blatt
8 Nuss
9 Zeremonienstab
10 Sei willkommen Freund, stirb einen grausamen Tod Feind.
11 Tätowierungen
12 Zeremonie, bei der etwas zu sich genommen wird: Tee, Erfrischungen, Süßigkeiten, Früchte, kleine Gerichte
13 Mharas Hütte, Haus der Hului
14 Männerhäuser, großes Haus, an das kleinere Häuser angebaut sind: Hier leben die Jagd- und Kriegsgruppen.
15 männlicher Schamane, zumeist mit großen politischem Einfluss
16 Gruppe erfahrener Krieger und Jäger
17 Dörfer
18 Onkel: Männer, die sich gegen das Leben eines Mannes entscheiden und sich stattdessen im Dorf um die Kinder und Felder kümmern
19 Wörtlich Familienhäuser: In den Dörfern lebt in jedem Haus zumeist eine Familie, die von der ältesten Frau angeführt wird
20 Kind
21 Wörtlich Traumbringer: Trank aus verschiedenen Kräutern und Früchten
22 Rassel
23 Ihre Großmutter und Lehrerin
24 Verzieh Dich!
25 Meisterin, Lehrerin: Ehrbezeugung
26 Mais, Maisbrei
27 Großmutter
28 Fruchttaube
29 Tochter, Kind
30 Rufen der Ahnen
31 Das große Krokodil, Gott
32 Der große Hai, Gott
33 Die Lehrerin wird so eine Art Schutzgeist.
34 Hier: Verbot
Ja, ja, ich weiß – Ihr wisst alle, dass mein Enzyname Athaii ist.
Aber: Es wird dringend Zeit für eine Charaktervorstellung.
Hier findet ihr den ersten Teil:
Sprich nicht mit den Toten
Mhara räuspert sich – das Mädchen hat schon wieder nicht aufgepasst. Wie soll sie nur jemals eine anständige Hului1 werden, wenn sie nie zuhört und gehorcht? Die wichtigsten Gesetze der Hului und diese dreiste Göre tritt sie mit den Füßen. Mhara kratzt sich am Kinn. Wenn da nicht – ja, wenn da was nicht?
Einige Mondwechsel zuvor
Es war ein stürmische Nacht. Die Bewohner des Dorfes hatten sich im Whare matoro2 zusammengefunden. Blitze zuckten über den Himmel, der Wind beugte die Palmen am Strand und heulte um die Hütten. Eine Talgschale erleuchtete die Gesichter der Frauen. Trommeln und Gesänge erklangen: Sie riefen die Atua3 um Schutz an. In einer Pause zwischen den einzelnen Donnerschlägen schepperte es an der Absperrung. Überraschung huschte über die Gesichter, wer mochte an solch einem Abend dort draußen sein? In der Hoffnung in dieser Nacht keinen Nantutu4 vertreiben zu müssen, hoben sie den Vorhang an, der das Whare5 vor dem Wind und der Nässe schützte.
Draußen standen zwei Gestalten, beide in große Tücher gewickelt. Als sie auf die Planken der ersten Plattform traten, erkannte Mhara, dass die größere Gestalt auf einen Stock gestützt war und stark humpelte. Und sie sah das Zeichen – auf die Stoffbahn war mit kundiger Hand ein großes Tapu6 aufgemalt. Es musste eine Hului sein, oder ein Gesandter.
Mhara grifft nach ihrem eigenen Tuch, wickelte es um und nahm ihren Stab. Dann holte sie, wie die Tradition es erfordert ein Raurau7 und eine Natinati8. Die beiden Gestalten warteten regungslos auf der Plattform, während sich Mhara näherte. Dreimal klopfte sie mit dem Rākau9 auf den Boden und sprach: „Haere mai rarata haino, mate ana taurekareka hākere matengo“10. Dann wartete sie einen kurzen Moment auf das rituelle Nicken ihres Gegenübers, bevor sie Raurau und Natinati auf den Boden vor die Füße der Ankommenden platzierte. Sie erkannte die Tataui11 an den Fesseln der wartenden Frau, die zweite Gestalt schien ein Kind zu sein. Dann drehte sie sich um und ging, ohne zurückzublicken, in das Whare mataoro zurück. Die wartenden Frauen hielten sichtbar den Atem an, als die Größere der Neuankömmlinge sich bückte. In einer solchen Nacht rechneten sie mit dem Schlimmsten. Würde es zu einer Forderung für ihre Hului kommen? Mhara war zwar noch nicht alt, aber auch nicht mehr die Jüngste – der Tag würde kommen, an dem sie einer Jüngeren weichen müsste. Als die angekommene Frau die Nuss aufhob und das Blatt nicht beachtete waren sie beruhigt. Es würde zu keinem Konflikt kommen.
Alle Frauen kehrten an ihre Plätze zurück – so wie es das Zeremoniell will. Erst danach traten die beiden Unbekannten ein. Nun, als die Unbekannte das Tuch herunternahm, erkannte Mhara Henuntalu, die Hului von Alea kala. Wenn sie in solch einer Nacht dieser Reise auf sich nahm, musste sie ein wichtiges Anliegen antreiben. Mhara scheuchte ihre Schülerin Feniata auf, sie sollte wärmende Umhänge und heiße Steine besorgen. Ihre Schwester Thikitau war ebenfalls aufgestanden, um zu helfen und Wasser für das traditionelle Paramanawa12 zu bereiten. Die Gäste nahmen Platz. Vorsichtig klappte Henuntalu ihr rechtes Bein über das verkrüppelte. Die zweite Person war tatsächlich ein Kind, ein Mädchen mit der hellen Haut und den hellen Haaren der Leute aus Alea kala. Sie wirkte müde, blitzte Mhara aber trotzdem mit einem herausforderndem Blick aus ihren grünen Augen an. Aber schon kehrten Feniata und Thikitau zurück und das Paramanawa konnte beginnen.
Die Paramanawa-Zeremonie zieht sich üblicherweise Stunden hin, in denen immer wieder verschiedene Getränke und Köstlichkeiten kreisen. Die anwesenden Hului tauschen Sprichwörter und Geschichten aus. Während des Paramanawa wird niemals über Dinge von Belang geredet.
Das Mädchen war schon längst auf einer Matte zusammengesunken und eingeschlafen. Henuntalu hatte fürsorglich einen Umhang über sie gebreitet und ihr die Haare aus dem Gesicht gestrichen. Ob das Kind ihre Tochter war? Aber sie sah ihr nicht ähnlich – Henuntalu stammte nicht aus Alea kala und hatte braune Haare und eine dunkle Haut. Dann war es endlich soweit, die restlichen Frauen zogen sich in ihre Whare zurück.
„Mhara“, hob Henuntalu ihre Stimme: „Mein Kommen ist nicht zufällig und mein Anliegen ist wirklich wichtig. In Alea kala herrscht eine Epidemie. Der Großteil der Frauen ist schon krank, einige sind bereits gestorben. Und obwohl ich bereits Hilfe bei den Größten der Hului erfragt habe, kann mir niemand ein Heilmittel gegen diese Krankheit nennen. Dieses Mädchen, Athaii, ist meine Schülerin. Sie ist die Enkelin von Āwenewene, der Ältesten unseres Dorfes. Ihr Mutter war eines der ersten Opfer der Krankheit. Das Ganze geht enorm schnell, binnen einer Flut sind sechs Frauen gestorben. Die erste haben wir noch gegessen. Aber dann habe ich mir überlegt, dass die Krankheit das Fleisch vergiftet haben könnte – und so haben wir den anderen die Gnade verwehrt und sie bei den Tempeln verbrannt. Als ich abgereist bin, waren drei weitere erkrankt.
Die Kinder werden aus irgendeinem Grund verschont. Noch keines ist bisher davon betroffen worden. Ich mache mir große Sorgen um unser Dorf und die Bewahrung unsere Lebensweisen. Deshalb bin ich hergekommen. Athaii lebt schon seit zwölf Mondwechseln bei mir. Sie ist sehr begabt. Mhara bitte, nimm sie als deine Schülerin an. Das Dorf wird eine Hului brauchen, wenn ich nicht mehr lebe. Falls jemand diese furchtbare Krankheit überlebt, werden es die Kinder sein. Jemand muss das Dorf wieder aufbauen. Athaii wird die Richtige dafür sein.“
Mhara runzelte die Stirn. Sie konnte nicht „Nein“ sagen. Solch eine Bitte von einer Hului konnte sie nicht ablehnen, das brächte Unglück. Sie nickte und versprach sich um Athaii zu kümmern. Direkt am nächsten Morgen reiste Henuntalu wieder ab. Sie hatte es eilig und wollte die verbliebenen Frauen von Alea kala nicht in ihrem Elend alleine lassen.
Heute
„Mhara, da ist ein junger Mann an der Absperrung! Es ist ein Gesandter!“ ruft Mehannatewu aufgeregt, während sie in die Whare puni13 tritt. Mhara unterbricht Athaiis Lektion. Es hat ja eh keinen Zweck, das Mädchen ist einfach zu verstockt. Wahrscheinlich hat sie auch gar keine Begabung, Henuntalu hat sich sicher geirrt. Wieder einmal denkt Mhara darüber nach, ob es nun inzwischen wohl gelungen ist die Krankheit einzudämmen. Es wäre so schön, Henuntalu ihre Schülerin zurückzugeben.
Mit diesen Gedanken kommt sie an der Absperrung an. Eine Traube junger Schönheiten hat sich dort schon gebildet. Eine besonders Kecke hängt sich etwas über den Zaun, während sie mit dem jungen Krieger scherzt. Zu solchen Dingen steht Mhara jetzt nicht der Sinn. Sie scheucht die Horde weg, bevor sie ihn barsch fragt, was er hier will.
„Mein Name ist Pītouwai. Ich lebe in den Whare whitu tāne14 in der Nähe von Alea kala. Der Kelui15 unserer Kairākau16 schickt mich in die umliegenden Kāinga17. In Alea kala sind nur noch junge Mädchen und kleine Kinder am Leben. Die Krankheit hat alle erwachsenen Frauen getötet. Ein paar ältere Männer sind zwar als Matua kēkē18 dort geblieben. Aber das Dorf wird nicht weiter bestehen können, wenn sich nicht einige Frauen entscheiden dort die whare hāih appen19 zu übernehmen.“
Nun ist es gewiss, Henuntalu ist gestorben. Mhara macht eine zustimmende Handbewegung: „Wir werden darüber entscheiden, ob eine unserer Schwestern diese Aufgabe übernehmen möchte.“
In diesem Moment regt es sich bei den Hütten. Vier junge Frauen eilen heran, sie haben dem Gespräch neugierig gelauscht. Auch Thikitau und einer ihrer älteren Schwestern, Matahaea, sind darunter.
Sie erklären sich bereit nach Alea kala zu gehen. Der junge Mann nickt zufrieden: „Das ist gut, nun kann ich in mein Whare whitu tāne zurückkehren. Der Kelui wird mit mir zufrieden sein.“Als die jungen Frauen am nächsten Morgen abreisen wollen steht auch Athaii vor den Hütten. Sie trägt ihre Schlafmatte auf dem Rücken. „Ich gehe mit“, erklärt sie.
Mhara würde dieses sture Kind gerne gehen lassen. Aber sie hat Henuntalu versprochen Athaii zu einer Hului auszubilden. „Und was willst Du dort tun, Taitamaiti20?“
„Ich werde die Hului unseres Dorfes sein. Ich weiß schon alles, was ich wissen muss.“ Athaii stampft zu Bekräftigung ihrer Worte mit dem rechten Fuß auf.
Aber Mhara stellt sich ihr in den Weg: „Wenn du schon alles weißt, dann wirst du dich ja gerne einem Kräftemessen mit mir stellen. Und dann findest du den Weg auch problemlos allein.“ Sie wendet sich den jungen Frauen zu: „Geht nun! Die Atua werden über euch wachen.“ Dann malt sie ein Tapu in die Luft und dreht sich um. Die jungen Frauen winken noch einmal ihrer Sippe und gehen dann los. Athaii verzieht trotzig das Gesicht. So einfach will sie es der Alten nicht machen. In ihrer Arroganz denkt sie, dass Mhara das Kräftemessen verlieren wird.
Stunden später sitzen die Frau und das Mädchen in der Whare puni. Rauchkräuter vernebeln die Sicht, beide haben die rituellen Bemalungen angelegt. Der Takiele teke21 hat ihnen die Tore zu den Atua geöffnet. Mhara rasselt mit einem Beutel voller Knochen, Athaii hält ein Tatangi22 in der rechten Hand. Um in ihren Zwist zu entscheiden rufen sie die Atua. Die Hului, die zuerst ein sichtbares Unterstützungszeichen erhält, wird den Wettkampf gewonnen haben. Gesänge erfüllen die Hütte. Die Köpfe von Athaii und Mhara werden immer schwerer. Endlich: Vor Mharas Füßen bilden die dort liegenden Blüten und Blätter ein Muster. Mhara lächelt, Tiana23, hat sie noch nie im Stich gelassen. Sie lässt den Gesang ausklingen und bedankt sich lautlos.
Doch in diesem Moment beginnt Athaii zu sprechen. Aber wer singt da noch, wenn Athaii spricht? Und was für eine Sprache ist das? In Mharas Ohren klingt es ähnlich wie der Dialekt des Dorfes, aber es fehlen Silben und manche Worte kennt sie nicht. Athaii liegt auf dem Rücken, die Augen weit geöffnet. Ihre Hand hält weiter das Tatangi umklammert und bewegt sich rhythmisch.
Mhara berührt das Kind vorsichtig an der Schulter und schüttelt sie. Jetzt fokussiert sich ihr Blick. Da schaut sie etwas aus den Augen des Mädchens verärgert an und zischt mit fremder Stimme: „Purari paka!“24 Erschrocken reißt Mhara ihre Hand weg. Jetzt wird der kleine Körper von einer fremden Macht geschüttelt. Im nächsten Moment ist es vorbei. Athaiis verschlafene Augen schauen sie erstaunt an. Doch dann scheint sie sich zu erinnern.
„Entschuldige Māhita25, ich war respektlos zu dir. Ich werde deinem Urteil gehorchen“, sagt sie und erhebt sich. Athaii macht die traditionelle Handbewegung der rituellen Ehrerbietung und biegt ihren Kopf leicht nach unten. Dann dreht sie sich um, geht in zu ihrem Schlafplatz, legt sich nieder und schläft sofort ein.
Mhara ist sehr überrascht. Ein Geist muss in Athaii eingedrungen sein. Wahrscheinlich war es das. Aber dann? Vielleicht hat ihr Hilfsgeist sie beschützt. Aber woher kommt der plötzliche Sinneswandel? Das Mädchen muss durch die sonderbare Erfahrung eingesehen haben, dass es noch keine vollständige Hului ist. Ja, genauso muss es sein.
In den darauf folgenden Tagen ist das Mädchen freundlich und respektvoll. Doch dann beginnen die Fragen und Botschaften. Bei der ersten klopft Athaii Kānga26. Der Schlegel geht rhythmisch auf und ab. Man hört ein leichtes Schmatzen, mit dem die Körner zu Brei werden. Als Mhara an ihr vorbeigeht fragt Athaii ohne zu ihr aufzublicken: „Bitte Māhita, wer ist Tiana?“
Der Schlegel fährt weiter auf und nieder. Mhara hält inne. Wo mag sie den Namen aufgeschnappt haben? Dann antwortet sie: „Tiana ist meine Hākui27. Sie war eine Hului und meine Māhita. Sie hat mir alles beigebracht, was ich weiß.“ Athaii nickt. Der Schlegel fährt weiter auf und nieder. Mehr scheint sie nicht fragen zu wollen.
Am nächsten Tag fragt Athaii während sie eine Kererū28 rupft: „Bitte Māhita, sagt mir, warum nicht alle Ahnen immer bei uns sind.“ Darauf hat Mhara keine Antwort. Sie schluckt.
„Aber Hine29, die Ahnen sind immer bei uns.“
„Nein, sind sie nicht. Tiana hat mir gesagt, dass sie Ngāti Toa vermisst. Er ist nicht bei uns.“
Während der ganzen Zeit des Gesprächs hat Athaii Mhara nicht ein einziges Mal angesehen. Jetzt hebt sie den Kopf und schaut sie mit ihren grünen Augen an: „Māhita, Hine-tītama lässt Dir ausrichten, dass sie keinen Groll gegen dich hegt. Du darfst dir keine Vorwürfe machen.“
Mhara schüttelt erschreckt den Kopf und macht ein Zeichen gegen den bösen Blick. Das kann nicht sein. Die Toten reden nicht. Sie geben ihnen Zeichen und Hinweise, aber sie unterhalten sich nicht mit den Lebenden. Darüber muss sie noch einmal nachdenken und die Atua befragen.
In der Whare puni wirft Mhara die Knochen. Das Karakia30 muss ihr eine Antwort liefern. Aber egal wie lange sie es auch versucht, heute scheint ihr der Zugang verwehrt zu sein. Die Botschaften werden immer nur verwirrender. Tod liegt zu Fisch, Auge über Haus und Beute unter Gemeinschaft – das macht keinen Sinn! Mhara beschließt Athaii selbst zum Geschehen des Kräftemessens zu befragen. So kann das nicht weitergehen.
Am Abend bittet sie das Mädchen zu sich an die Rauchschale: „Athaii, ich habe dich bisher nicht gefragt, was du an diesem Abend gesehen hast. Ich dachte, dass du eingesehen hast, dass du noch lernen musst und wollte nicht weiter daran rühren. Jetzt muss ich aber wissen, was geschah.“
Athaii hebt leicht den Blick und begegnet ihren Augen. Wieder hat Mhara den Eindruck, dass das Kind dort nicht alleine herausschaut. Sie schaut weg und täuscht vor mehr Rauchkraut auflegen zu wollen. Als Mhara wieder zu Athaii sieht, beginnt diese zu erzählen: „Māhita, du und ich, wir saßen hier. Das Rauchkraut zog in dichten Schwaden durch die Whare und es wurde immer kälter, aber der Takiele teke wärmte meinen Körper. Ich fühlte mich ganz leicht in mir drin. Dann tauchte plötzlich vor mir eine Frau auf. Sie war schön, üppig, mit glänzend schwarzen Zähnen und einem dicken dunklen Zopf. Ich hatte überhaupt keine Angst, weil sie so schön und so strahlend war. Sie sagte `Hallo Hine, ich bin Tiana´ und gab mir ihre Hand. Kaum berührte ich sie, sah ich, dass da noch viel mehr Leute standen. Sie bildeten einen Halbkreis um uns. Dort an der Türe stand Punga31, an der anderen Seite war Mangō-taniwha32. Sie waren alle freundlich und ich hatte keine Angst. Dann stand plötzlich eine dunkle Gestalt im Kreis, sie hatte ein großes Tuch um sich gewickelt. Sie fasste mir ans Kinn und ich sah, dass es Henuntalu war. Sie war sehr verärgert. Mit lauter Stimme hat sie mich angeschrien. Sie hat gesagt, dass ich noch lange nicht soweit bin ihren Platz einzunehmen. Und sie war enttäuscht, dass ich nicht bereit war alles bei dir zu lernen, was du mir beibringen kannst. Sie sah so schrecklich aus, ihre Augen und ihre Zähne waren ganz weiß, ihre Haut war dunkel und faltig. Ich hatte sehr große Angst. Henuntalu hat mich geschüttelt und ich habe geschrien. Dann hat sie mich losgelassen. Ich musste ihr versprechen ihren Platz einzunehmen und bis dahin alles zu lernen, was ich kann.“
Mhara nickt langsam, das erklärt die wundersame Wandlung ihrer Schülerin. Aber wie kann es sein, dass die Atua mit ihr geredet haben. Sie musste Tiana gesehen haben, die Beschreibung stimmt aufs Wort. Aber das kann kaum sein – normalerweise begleitet der Atua der Māhita nur ihre Schülerin33. Mhara kann keine anderen Atua sehen und nur ganz selten kann sie unter dem Schnitzwerk die Verkörperungen der beiden Götter erkennen. Henuntalu hatte doch Recht, das Kind ist sehr begabt. Aber dieser Umgang mit den Atua ist gefährlich.
„Hine, du hast deiner alten Māhita Henuntalu versprochen nun auf mich zu hören, stimmt das?“
Athaii nickt schüchtern.
„Sehr gut. Dann lass mich dir erklären, dass es eine Trennung zwischen der diesigen und der jenseitigen Welt gibt. Nur die Nantutu wandeln stetig auf dieser Schwelle. Daher dürfen die Atua nicht mit uns reden und wir nicht mit ihnen. Wir können sie anrufen, mit ihnen singen und tanzen – aber die Verbindung, die du eingegangen bist überschreitet die Schwelle. Du hast ein tapu34 gebrochen. Halte Dich von dieser Welt fern und überschreite diese Schwelle nie wieder.“
Der erste Blick in Athaiis Augen erinnert Mhara wieder an das trotzige, kleine Ding, mit dem sie die letzten Fluten zu tun hatte. Dann wird ihr Gesichtsausdruck jedoch milder.
Sie nickt fast unmerklich: „Ja, Māhita.“
– Fortsetzung folgt –
1 Weiblicher Schamane
2 Versammlungshaus
3 Ahnen
4 Untote, Zombies
5 Haus
6 Schutzzeichen
7 Blatt
8 Nuss
9 Zeremonienstab
10 Sei willkommen Freund, stirb einen grausamen Tod Feind.
11 Tätowierungen
12 Zeremonie, bei der etwas zu sich genommen wird: Tee, Erfrischungen, Süßigkeiten, Früchte, kleine Gerichte
13 Mharas Hütte, Haus der Hului
14 Männerhäuser, großes Haus, an das kleinere Häuser angebaut sind: Hier leben die Jagd- und Kriegsgruppen.
15 männlicher Schamane, zumeist mit großen politischem Einfluss
16 Gruppe erfahrener Krieger und Jäger
17 Dörfer
18 Onkel: Männer, die sich gegen das Leben eines Mannes entscheiden und sich stattdessen im Dorf um die Kinder und Felder kümmern
19 Wörtlich Familienhäuser: In den Dörfern lebt in jedem Haus zumeist eine Familie, die von der ältesten Frau angeführt wird
20 Kind
21 Wörtlich Traumbringer: Trank aus verschiedenen Kräutern und Früchten
22 Rassel
23 Ihre Großmutter und Lehrerin
24 Verzieh Dich!
25 Meisterin, Lehrerin: Ehrbezeugung
26 Mais, Maisbrei
27 Großmutter
28 Fruchttaube
29 Tochter, Kind
30 Rufen der Ahnen
31 Das große Krokodil, Gott
32 Der große Hai, Gott
33 Die Lehrerin wird so eine Art Schutzgeist.
34 Hier: Verbot
Gewonnen!

Beeindruckend: Aber der Aufwand, das ständige Wiederaufrichten und das Autovollquetschen haben sich doch gelohnt. Wir haben tatsächlich den Preis der Intermag für den schönsten Stand gewonnen.
Wir selbst sind (natürlich) noch nicht glücklich mit der Konstruktion. Sie ist einfach nicht standfest genug.
Positiv ist das Raumklima. Bei so einem heißen Fest wie in diesem Jahr – einfach grandios. Die Schilfmatten lassen die Luft durch und so gibt es stets einen leichten Luftzug. Das helle Dach lässt Helligkeit rein und stößt trotztdem einen Teil der Sonnenstrahlen ab. Ein angenehmer Platz um sich dort aufzuhalten.
Fazit: Es wird auf jeden Fall einen weiteren Versuch geben.
Ps.: Danke an Jasana für die Aufbauhilfe!!
Morgen geht's los!
Fr. 29.5. – So 31.5.
Zeltcon. 15 € für 2 Übernachtungen mit Frühstück – Abendliches Grillen mit Strichliste
Willkommen: Hunde, Kinder und schlechte Getränke als Gastgeschenk, auch ohne Anmeldung als Tagesgäste oder kurzfristig. Du musst nichts mitbringen als Dein Zelt und gute Laune ...
Wo?
10 km nördlich von Marburg,
Grillplatz Rauschenberg Breite 50°53'26.20"N, Länge 8°55'9.55"E
Wir freuen uns schon auf die nette kleine Truppe, die in diesem Jahr wieder bereit ist mit uns als Dalloali zu feiern.
Zeltcon. 15 € für 2 Übernachtungen mit Frühstück – Abendliches Grillen mit Strichliste
Willkommen: Hunde, Kinder und schlechte Getränke als Gastgeschenk, auch ohne Anmeldung als Tagesgäste oder kurzfristig. Du musst nichts mitbringen als Dein Zelt und gute Laune ...
Wo?
10 km nördlich von Marburg,
Grillplatz Rauschenberg Breite 50°53'26.20"N, Länge 8°55'9.55"E
Wir freuen uns schon auf die nette kleine Truppe, die in diesem Jahr wieder bereit ist mit uns als Dalloali zu feiern.
Phenunka thei – der Feind ist geschlagen
Blutrot versinkt die Sonne über dem Wasser als Mewu und die Jäger in ihre Boote steigen. Sehr bald wird es dunkel sein und nur noch das Leuchten der Tinhae, großer treibender Schwärme winziger Lebewesen, wird ein diffuses Licht erzeugen. Der Manjuari ist es, den sie erlegen wollen. Der große Jäger wird heute selbst zum Gejagten werden, während er im Licht der Tinhae kleinere Fische jagt.
In der Lagune liegt das Wasser glatt und klar. Unter der Oberfläche sieht man dann und wann den Schatten eines Fischs entlangziehen, aber noch spiegelt sich der helle Himmel in der Wasseroberfläche. Doch in wenigen Augenblicken wird es so weit sein und man wird die Beute unter dem Wasserspiegel erkennen können.
Sie erreichen die alten Jagdreviere, wo sich die Tinhae seit dalloaligedenken zum Liebesspiel treffen. Mewu murmelt einen Gruß an die Mutter und taucht seine Hand kurz in das Wasser. Hell erleuchtet sind seine Finger und kleine Partikel tanzen um seine Fingerkuppen. Es ist verführerisch. Schon oft träumte er davon mit seiner Geliebten in dem erleuchteten Wasser zu schwimmen. Er würde jede Einzelheit ihres schönen Körpers betrachten und sie im Wasser lieben.
Jedoch weiß er, dass sie beim Tanz der Tinhae nicht die einzigen Jäger sind. Der große Mago Taniwha, wird seine dreieckige Flosse zeigen. Matawhā wird schmal und verschlagen zwischen den Felsen lauern. Stetig beobachtet von Morai, seiner hässlichen Schwester. Mewu kennt alle Götter des Wassers und hat sie gejagt. Und er hat ihnen Blut gezollt: Vor vielen Gezeiten haben ihm die Götter seinen großen Bruder genommen.
Er spürt sein Herz schlagen, Aufregung hat ihn angefallen wie ein wildes Tier. Nun kann er sie sehen. Zwei große Schatten schweben durch das ruhige Wasser. Er greift sein Pū Tao, legt es an und wartet auf den richtigen Moment. Konzentriert blickt er auf die Wasseroberfläche, in dieser Haltung erstarrt wie eine Statue. Dann ein kurzer heftiger Stoß, und Mewu schickt die Harpune seines Pū Tao auf die Reise. Die Haut der Manjuari ist hart und knochig. Die glänzenden Schuppen sind rauh wie Sandstein. Nur die Harpune des Pū Tao kann so viel Schwung und Härte aufbringen diese Rüstung zu zerbrechen.
An der langen Schnur, die zu seinen Füßen aufgerollt liegt, sind einige große, trockene Merengi befestigt. Sie werden die Schnur über Wasser halten und seine Position markieren. Zuletzt ist die Harpune an das Boot selbst angebunden. Der Manjuari wird in der Mitte seines Rückens getroffen. Sofort zieht er davon. Mewu betrachtet die Schnur, während sie sich abwickelt. Eine Merengi nach der anderen verschwindet mit einem Ruck über die Bordwand. Dann ist es soweit: Der Manjuari zieht das Boot durch die Lagune. Gischt wirbelt auf. Aber die Männer sind gut darauf vorbereitet, keiner verliert seinen Halt.
Die Dalloali aus den anderen Booten werden auf Mewus Treffer aufmerksam. Sie jubeln und versuchen ihnen zu folgen. Sie werden den Freunden helfen den Fisch zu bergen. Der Raubfisch ist riesig, fast so groß wie das Boot in dem Mewu und seine Freunde Wala, Liha und Temhu sitzen. Aber Mewu hat ihn gut getroffen, er wird nicht lange kämpfen können. Schon nach wenigen Minuten wird der Zug schwächer. Der Fisch beginnt zu taktieren, er spürt seine Kraft nachlassen. Er wird langsamer, hört auf, um dann kurz danach um so stärker zu ziehen. Mal schwimmt er in die eine Richtung, mal in die andere. Noch hofft er den lästigen Widersacher loszuwerden. Doch es dauert nicht lange, da werden die Bemühungen immer schwächer.
Mewu und Liha beginnen die Schnur einzuholen, dem Fisch weniger Raum zu lassen. Kräftig müssen sie sich gegen die Bordwand stützen, während sie ziehen. Der Manjuari muss riesig sein. Aber auch er wird seinen letzten Weg gehen müssen. Temhu schaut über die Bordwand ins Wasser. „Der Fisch kommt“, bedeutet er seinen Freunden. Nun können sie es auch sehen, der Riese ist schon knapp unter dem Wasserspiegel. Phenunka thei, der Feind ist geschlagen.
Die Freunde ziehen am Seil und spüren, dass der Riese ihnen nichts mehr entgegenzusetzen weiß. Sie haben gesiegt. Näher und näher an das kleine Boot können sie ihn bringen. Dann ist es soweit,Wala wirft eine Schlaufe um die Schwanzflosse des Manjuari. Nun sollten nur noch die anderen Männer näher kommen, damit Mewu ins Wasser springen und von unten nachschieben kann. Dies wird er aber nicht tun, so lange niemand auf herannahende Jäger achten kann. Es ist so schon mehr als gefährlich. Daher wird sein Anteil später auch das beste Stück des Fischs sein. Bereits nach kurzem Warten sind die restlichen Männer nahe und nehmen ihre Positionen ein. Hier schützt jeder jeden. Mit einem Kopfsprung springt Mewu in das Wasser. Ein blutiger Schleier hat sich um den Bauch des Manjuari gelegt. Er ist sehr gut getroffen.
Dann geschieht alles sehr schnell. Der Manjuari schießt wieder los, taucht tief und tiefer. Vom plötzlichen Ruck wird Wala über Bord gerissen. Er hat die Schlaufe nicht schnell genug losgelassen. Er planscht hektisch oberhalb von Mewu. Die Männer rufen ihm Warnungen zu, aber er ist zu sehr bemüht ins Boot zurückzugelangen. Er sieht nicht, dass die beiden Einbäume gegeneinander gedrückt werden. Mit einem Krachen verhaken sich die Ausleger ineinander. Wala gerät zwischen die beiden Wände und schreit vor Schmerzen. Mewu sieht seine Beine von unten zucken.
Er will auftauchen und sich wieder ins Boot schwingen, da sieht er den zweiten Schatten nahen. Im bleibt nur ein kurzer Moment um zu entscheiden. Ohne zu zögern nimmt er sein Feuersteinmesser und schwimmt auf die Boote zu. Kurzerhand ritzt er Walas Wade an. Sofort tritt Blut aus und sein Opfer beginnt panisch zu zappeln. Mewu lässt sich treiben und versucht sich nicht mehr zu bewegen. Erst jetzt merkt er, dass die Luft in seinen Lungen knapp wird. Bald wird er atmen müssen und sich bewegen – aber sich bewegen heißt sterben.
Der zweite Manjuari nähert sich. Es ist ein gigantisches Weibchen, dass sich in großen Kreisen vorsichtig herantastet. Scheinbar hat sie das Blut im Wasser noch nicht in einen Rausch versetzt. Aber da ist auch immer noch das Männchen, es zieht stark und verbissen an den Booten. Mewu sieht wie sie immer stärker abgetrieben werden. Immer kleiner wird seine Chance die Einbäume zu erreichen ohne die Aufmerksamkeit der Jägerin zu erregen. Fest hält er sein Feuersteinmesser. Er wird nicht sterben ohne sie zumindest zu verletzen: Für ihn wird sie einen Blutzoll zahlen müssen.
Doch dann wendet sich das Blatt. Der Manjuari beschließt umzukehren und zieht die Boote erneut mit sich. Im gleichen Moment greift die Jägerin an, bekommt Walas Bein zu fassen und reißt ihn hinab. Nur den Bruchteil einer Sekunde später schwimmt Mewu los, durchbricht die Wasseroberfläche, holt tief Luft und ergreift die Bordwand. Starke Hände helfen ihm an Bord, er liegt auf den Planken und atmet erschöpft.
Nie wird er Walas schmerzverzerrtes Gesicht vergessen, als dieser an ihm vorbei in die erleuchtete Tiefe gerissen wurde. Zum Dank für ihren Schutz wird Mewu den Ahnen heute Nacht die Leber des Manjuari als Opfer darbringen. Aber zuerst werden sie noch etwas warten und diesmal sicher gehen, dass der Riese wirklich aufgegeben hat.
In der Lagune liegt das Wasser glatt und klar. Unter der Oberfläche sieht man dann und wann den Schatten eines Fischs entlangziehen, aber noch spiegelt sich der helle Himmel in der Wasseroberfläche. Doch in wenigen Augenblicken wird es so weit sein und man wird die Beute unter dem Wasserspiegel erkennen können.
Sie erreichen die alten Jagdreviere, wo sich die Tinhae seit dalloaligedenken zum Liebesspiel treffen. Mewu murmelt einen Gruß an die Mutter und taucht seine Hand kurz in das Wasser. Hell erleuchtet sind seine Finger und kleine Partikel tanzen um seine Fingerkuppen. Es ist verführerisch. Schon oft träumte er davon mit seiner Geliebten in dem erleuchteten Wasser zu schwimmen. Er würde jede Einzelheit ihres schönen Körpers betrachten und sie im Wasser lieben.
Jedoch weiß er, dass sie beim Tanz der Tinhae nicht die einzigen Jäger sind. Der große Mago Taniwha, wird seine dreieckige Flosse zeigen. Matawhā wird schmal und verschlagen zwischen den Felsen lauern. Stetig beobachtet von Morai, seiner hässlichen Schwester. Mewu kennt alle Götter des Wassers und hat sie gejagt. Und er hat ihnen Blut gezollt: Vor vielen Gezeiten haben ihm die Götter seinen großen Bruder genommen.
Er spürt sein Herz schlagen, Aufregung hat ihn angefallen wie ein wildes Tier. Nun kann er sie sehen. Zwei große Schatten schweben durch das ruhige Wasser. Er greift sein Pū Tao, legt es an und wartet auf den richtigen Moment. Konzentriert blickt er auf die Wasseroberfläche, in dieser Haltung erstarrt wie eine Statue. Dann ein kurzer heftiger Stoß, und Mewu schickt die Harpune seines Pū Tao auf die Reise. Die Haut der Manjuari ist hart und knochig. Die glänzenden Schuppen sind rauh wie Sandstein. Nur die Harpune des Pū Tao kann so viel Schwung und Härte aufbringen diese Rüstung zu zerbrechen.
An der langen Schnur, die zu seinen Füßen aufgerollt liegt, sind einige große, trockene Merengi befestigt. Sie werden die Schnur über Wasser halten und seine Position markieren. Zuletzt ist die Harpune an das Boot selbst angebunden. Der Manjuari wird in der Mitte seines Rückens getroffen. Sofort zieht er davon. Mewu betrachtet die Schnur, während sie sich abwickelt. Eine Merengi nach der anderen verschwindet mit einem Ruck über die Bordwand. Dann ist es soweit: Der Manjuari zieht das Boot durch die Lagune. Gischt wirbelt auf. Aber die Männer sind gut darauf vorbereitet, keiner verliert seinen Halt.
Die Dalloali aus den anderen Booten werden auf Mewus Treffer aufmerksam. Sie jubeln und versuchen ihnen zu folgen. Sie werden den Freunden helfen den Fisch zu bergen. Der Raubfisch ist riesig, fast so groß wie das Boot in dem Mewu und seine Freunde Wala, Liha und Temhu sitzen. Aber Mewu hat ihn gut getroffen, er wird nicht lange kämpfen können. Schon nach wenigen Minuten wird der Zug schwächer. Der Fisch beginnt zu taktieren, er spürt seine Kraft nachlassen. Er wird langsamer, hört auf, um dann kurz danach um so stärker zu ziehen. Mal schwimmt er in die eine Richtung, mal in die andere. Noch hofft er den lästigen Widersacher loszuwerden. Doch es dauert nicht lange, da werden die Bemühungen immer schwächer.
Mewu und Liha beginnen die Schnur einzuholen, dem Fisch weniger Raum zu lassen. Kräftig müssen sie sich gegen die Bordwand stützen, während sie ziehen. Der Manjuari muss riesig sein. Aber auch er wird seinen letzten Weg gehen müssen. Temhu schaut über die Bordwand ins Wasser. „Der Fisch kommt“, bedeutet er seinen Freunden. Nun können sie es auch sehen, der Riese ist schon knapp unter dem Wasserspiegel. Phenunka thei, der Feind ist geschlagen.
Die Freunde ziehen am Seil und spüren, dass der Riese ihnen nichts mehr entgegenzusetzen weiß. Sie haben gesiegt. Näher und näher an das kleine Boot können sie ihn bringen. Dann ist es soweit,Wala wirft eine Schlaufe um die Schwanzflosse des Manjuari. Nun sollten nur noch die anderen Männer näher kommen, damit Mewu ins Wasser springen und von unten nachschieben kann. Dies wird er aber nicht tun, so lange niemand auf herannahende Jäger achten kann. Es ist so schon mehr als gefährlich. Daher wird sein Anteil später auch das beste Stück des Fischs sein. Bereits nach kurzem Warten sind die restlichen Männer nahe und nehmen ihre Positionen ein. Hier schützt jeder jeden. Mit einem Kopfsprung springt Mewu in das Wasser. Ein blutiger Schleier hat sich um den Bauch des Manjuari gelegt. Er ist sehr gut getroffen.
Dann geschieht alles sehr schnell. Der Manjuari schießt wieder los, taucht tief und tiefer. Vom plötzlichen Ruck wird Wala über Bord gerissen. Er hat die Schlaufe nicht schnell genug losgelassen. Er planscht hektisch oberhalb von Mewu. Die Männer rufen ihm Warnungen zu, aber er ist zu sehr bemüht ins Boot zurückzugelangen. Er sieht nicht, dass die beiden Einbäume gegeneinander gedrückt werden. Mit einem Krachen verhaken sich die Ausleger ineinander. Wala gerät zwischen die beiden Wände und schreit vor Schmerzen. Mewu sieht seine Beine von unten zucken.
Er will auftauchen und sich wieder ins Boot schwingen, da sieht er den zweiten Schatten nahen. Im bleibt nur ein kurzer Moment um zu entscheiden. Ohne zu zögern nimmt er sein Feuersteinmesser und schwimmt auf die Boote zu. Kurzerhand ritzt er Walas Wade an. Sofort tritt Blut aus und sein Opfer beginnt panisch zu zappeln. Mewu lässt sich treiben und versucht sich nicht mehr zu bewegen. Erst jetzt merkt er, dass die Luft in seinen Lungen knapp wird. Bald wird er atmen müssen und sich bewegen – aber sich bewegen heißt sterben.
Der zweite Manjuari nähert sich. Es ist ein gigantisches Weibchen, dass sich in großen Kreisen vorsichtig herantastet. Scheinbar hat sie das Blut im Wasser noch nicht in einen Rausch versetzt. Aber da ist auch immer noch das Männchen, es zieht stark und verbissen an den Booten. Mewu sieht wie sie immer stärker abgetrieben werden. Immer kleiner wird seine Chance die Einbäume zu erreichen ohne die Aufmerksamkeit der Jägerin zu erregen. Fest hält er sein Feuersteinmesser. Er wird nicht sterben ohne sie zumindest zu verletzen: Für ihn wird sie einen Blutzoll zahlen müssen.
Doch dann wendet sich das Blatt. Der Manjuari beschließt umzukehren und zieht die Boote erneut mit sich. Im gleichen Moment greift die Jägerin an, bekommt Walas Bein zu fassen und reißt ihn hinab. Nur den Bruchteil einer Sekunde später schwimmt Mewu los, durchbricht die Wasseroberfläche, holt tief Luft und ergreift die Bordwand. Starke Hände helfen ihm an Bord, er liegt auf den Planken und atmet erschöpft.
Nie wird er Walas schmerzverzerrtes Gesicht vergessen, als dieser an ihm vorbei in die erleuchtete Tiefe gerissen wurde. Zum Dank für ihren Schutz wird Mewu den Ahnen heute Nacht die Leber des Manjuari als Opfer darbringen. Aber zuerst werden sie noch etwas warten und diesmal sicher gehen, dass der Riese wirklich aufgegeben hat.
Mehr Zeichnungen



Wer sich fragt, welche Geschichte hinter den Zeichnungen steckt, sollte sich im nächsten Follow überraschen lassen.
Mehr Hintergünde
Wer sich gefragt hat, wie Laola und ich auf unsere Kultur gekommen sind – hier noch ein wenig mehr realweltlicher Hintergund.
Basis I: Die Maori
Basis II: Polynesier
Basis III: Indigene Kulturen Südamerikas
Basis IV: Wari' und Fore
Basis V: Mosuo (siehe Verwandschaftssystem)
Basis VI: Mingkabau (siehe Kultur)
Und noch ein paar Schlagworte unserer Kultur:
Schrumpfköpfe, Kannibalismus I, Kannibalismus II, Besuchsehe, Matriachat, Animismus, Schamanismus, Zombies I, Zombies II
Und nun wünsche ich Euch erst mal eine Menge Spaß beim Nachforschen und -lesen.
Athaii
Basis I: Die Maori
- http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,261031,00.html
- http://www.tu-chemnitz.de/phil/english/chairs/practlang/kursmaterialien/IAS_NZ&Aus/MatriarchaleZeitWhaleRider.pdf
- http://www.cs.arizona.edu/patterns/weaving/monographs/cr_90g.pdf
Basis II: Polynesier
Basis III: Indigene Kulturen Südamerikas
Basis IV: Wari' und Fore
- http://www.ethmundo.de/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=30
- http://en.wikipedia.org/wiki/Fore_(people)
Basis V: Mosuo (siehe Verwandschaftssystem)
Basis VI: Mingkabau (siehe Kultur)
Und noch ein paar Schlagworte unserer Kultur:
Schrumpfköpfe, Kannibalismus I, Kannibalismus II, Besuchsehe, Matriachat, Animismus, Schamanismus, Zombies I, Zombies II
Und nun wünsche ich Euch erst mal eine Menge Spaß beim Nachforschen und -lesen.
Athaii
Mal was Privates
Wer Lust hat mal nachzuschauen was mich sonst so interessiert: Hier findet Ihr meine Salatrezepte.
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