Follow 400
Tahtaaaah! Wir werden tatsächlich einen Beitrag in der Jubiläums-Followausgabe 400 haben. Wer Interesse daran hat, kann gerne kurz Bescheid sagen. Ich schicke es auch gerne per Pdf zu.
Tanz der Trommeln
Neugierige Augen, die jeder Handbewegung folgen. Stumm sitzen die Kinder auf der Schwelle, dahinter stehen weitere, verscheuchen die Nuhasa-Fliegen und warten mehr oder weniger geduldig – ist es schon wieder soweit? Mhara schaut nach der Sonne. Sie steht genau zwei Hände breit über der Schwelle des Meeres, dort wo sich Meer, Himmel und die Götter treffen. Eilig macht Mhara die letzten Griffe ihres Tagwerks, mischt noch ein paar Imag-Wurzeln in das Louhana und deckt das Tongefäß mit einem Deckel zu. Nun kann es, mit etwas feuchtem Werg umwickelt, langsam garen.
Vorsichtig streckt sie sich etwas und versucht ihren Rücken zu straffen, dann greift sie ihren Stock. Ihre Schwelle ist frei. Sie ist allein, alle Kinder sind schon vorgelaufen. Ihre Tasche hat eines von ihnen mitgenommen. Mhara greift ihre Ahnenmaske von der Wand und geht hinunter zum Feuer. Drumherum haben sich die Kinder versammelt. Ein Platz ist für sie frei geblieben, dort liegt ein Fell. Mhara setzt sich vorsichtig hin.
Sie schließt die Augen, summt die alte Melodie, sammelt sich und sucht Kontakt zu ihren Ahnen. Sie grüßt Tiana, ihre Großmutter, erweist ihr ihre Ehre und bittet sie um Beistand. Nun wird sie den Kindern eine weitere Geschichte ihres Volkes erzählen, damit sie wissen, wer sie sind. Nur wenn Kinder die Geschichten und die Identität ihres Volkes kennen, können sie auch ihren eigenen Weg und ihre eigene Identität finden.
Eines der Kleinen kommt auf den Knien angekrochen und reicht ihr vorsichtig ihre Tasche. Mhara greift hinein und findet eine kleine, runde Flasche. Es ist ein magisches Objekt, aus einem schon blind gewordenen Werkstoff, vollkommen rund und glatt, mit einem elastischen Stück Rinde verschlossen. Schon seit Generationen dient es in diesem Dorf der Aufbewahrung des Traumbringers, des Tranks, der den Haioali die Verbindung zu ihren Ahnen und den Göttern ermöglicht. Mhara bittet erneut Tiana um Beistand und nimmt einen kleinen Schluck.
Dann beginnen die Trommeln.
Leise fängt die Haioali zu erzählen an. Die Kindergesichter und die Welt drumherum verschwinden. Tiana steht neben ihr und beginnt zu tanzen. Mhara tanzt mit.
Die Kinder sehen, wie sich die alte Haioali erhebt. Mit geradem Rücken steht sie am Feuer – geradeso, als ob das Alter von ihr abgefallen sei. Sie tanzt die Geschichte ihres Volkes und während sie tanzt, sehen die Kinder das große Krokodil, wie es die Flüsse weinte. Sie sehen wie die Insel sich nach ihrem Geliebten, dem Himmel sehnte. Sie erfahren die Geschichte, wie die Tiere und die Pflanzen entstanden. Und sie lernen, warum die Dalloali selbst ihren schlimmsten Feinden die Gnade erweisen, nicht Nantutu, dem untoten Leben, anheim zu fallen.
Als die Haioali auf ihren Sitz zurück sinkt ist das Feuer bis zur Glut niedergebrannt und die Trommeln sind verstummt. Die Kleinsten schlafen bereits seit Stunden in den Armen ihrer Geschwister oder Onkels. Heboto, einer der jungen Männer, nimmt die alte Frau auf den Rücken und trägt sie zu den Hütten. Sie ist eingeschlafen vor Erschöpfung, schon seit vielen Fluten kann sie kaum noch alleine gehen. Bald wird sie ihre Aufgabe abgeben und zu den Ahnen gehen. Doch erst einmal wird sie alle Geschichten erzählen, jeden Tanz und jeden Schritt tanzen und ihn ihre Nachfolgerin lehren. So wie es seit jeher war – und immer sein wird auf dem Archipel.
Neugierige Augen, die jeder Handbewegung folgen. Stumm sitzen die Kinder auf der Schwelle, dahinter stehen weitere, verscheuchen die Nuhasa-Fliegen und warten mehr oder weniger geduldig – ist es schon wieder soweit? Mhara schaut nach der Sonne. Sie steht genau zwei Hände breit über der Schwelle des Meeres, dort wo sich Meer, Himmel und die Götter treffen. Eilig macht Mhara die letzten Griffe ihres Tagwerks, mischt noch ein paar Imag-Wurzeln in das Louhana und deckt das Tongefäß mit einem Deckel zu. Nun kann es, mit etwas feuchtem Werg umwickelt, langsam garen.
Vorsichtig streckt sie sich etwas und versucht ihren Rücken zu straffen, dann greift sie ihren Stock. Ihre Schwelle ist frei. Sie ist allein, alle Kinder sind schon vorgelaufen. Ihre Tasche hat eines von ihnen mitgenommen. Mhara greift ihre Ahnenmaske von der Wand und geht hinunter zum Feuer. Drumherum haben sich die Kinder versammelt. Ein Platz ist für sie frei geblieben, dort liegt ein Fell. Mhara setzt sich vorsichtig hin.
Sie schließt die Augen, summt die alte Melodie, sammelt sich und sucht Kontakt zu ihren Ahnen. Sie grüßt Tiana, ihre Großmutter, erweist ihr ihre Ehre und bittet sie um Beistand. Nun wird sie den Kindern eine weitere Geschichte ihres Volkes erzählen, damit sie wissen, wer sie sind. Nur wenn Kinder die Geschichten und die Identität ihres Volkes kennen, können sie auch ihren eigenen Weg und ihre eigene Identität finden.
Eines der Kleinen kommt auf den Knien angekrochen und reicht ihr vorsichtig ihre Tasche. Mhara greift hinein und findet eine kleine, runde Flasche. Es ist ein magisches Objekt, aus einem schon blind gewordenen Werkstoff, vollkommen rund und glatt, mit einem elastischen Stück Rinde verschlossen. Schon seit Generationen dient es in diesem Dorf der Aufbewahrung des Traumbringers, des Tranks, der den Haioali die Verbindung zu ihren Ahnen und den Göttern ermöglicht. Mhara bittet erneut Tiana um Beistand und nimmt einen kleinen Schluck.
Dann beginnen die Trommeln.
Leise fängt die Haioali zu erzählen an. Die Kindergesichter und die Welt drumherum verschwinden. Tiana steht neben ihr und beginnt zu tanzen. Mhara tanzt mit.
Die Kinder sehen, wie sich die alte Haioali erhebt. Mit geradem Rücken steht sie am Feuer – geradeso, als ob das Alter von ihr abgefallen sei. Sie tanzt die Geschichte ihres Volkes und während sie tanzt, sehen die Kinder das große Krokodil, wie es die Flüsse weinte. Sie sehen wie die Insel sich nach ihrem Geliebten, dem Himmel sehnte. Sie erfahren die Geschichte, wie die Tiere und die Pflanzen entstanden. Und sie lernen, warum die Dalloali selbst ihren schlimmsten Feinden die Gnade erweisen, nicht Nantutu, dem untoten Leben, anheim zu fallen.
Als die Haioali auf ihren Sitz zurück sinkt ist das Feuer bis zur Glut niedergebrannt und die Trommeln sind verstummt. Die Kleinsten schlafen bereits seit Stunden in den Armen ihrer Geschwister oder Onkels. Heboto, einer der jungen Männer, nimmt die alte Frau auf den Rücken und trägt sie zu den Hütten. Sie ist eingeschlafen vor Erschöpfung, schon seit vielen Fluten kann sie kaum noch alleine gehen. Bald wird sie ihre Aufgabe abgeben und zu den Ahnen gehen. Doch erst einmal wird sie alle Geschichten erzählen, jeden Tanz und jeden Schritt tanzen und ihn ihre Nachfolgerin lehren. So wie es seit jeher war – und immer sein wird auf dem Archipel.
Im Dalloali-Beachresort

Schaut mal wie wunderschön Dalloali-Land so sein kann. :-)
Diese Bilder haben wir in der Bamboussaire gemacht, dem größten zusammenhängenden Bambuswald Europas.

Zombies und andere Unheimlichkeiten
Wir hatten im September einen Dalloali-Frauen-Betriebsausflug, bei dem Laola und ich uns eine Woche über Enzy-Grundlagen und anderen Scheiß unterhalten haben.
Hier die zusammengefassten Beschlüsse unserer Diskussionen:
Zombies werden zu Zombies weil die Seele noch im Körper gefangen ist.
Hier die zusammengefassten Beschlüsse unserer Diskussionen:
Zombies werden zu Zombies weil die Seele noch im Körper gefangen ist.
- Die Verwandlung dauert eine Nacht, am anderen Morgen erhebt sich das Nantutu (untote Leben).
- Die Fähigkeiten des Zombies hängen von der Stärke der Seele und der Persönlichkeit des Verstorbenen ab.
- Der Kelui (männliche Kriegermagier) kann die Seele vom Körper abschneiden und so befreien.
- Nantutu ist ein Tabu und wird möglichst vermieden.
- Die Nantutu werden aus den Dörfern vertrieben.
- Sie können nur von Kelui gemacht werden.
- Als zuverlässiger Schutz gegen das Entfleuchen der Seele gilt das Zunähen der Kopföffnungen.
- Wenn das Ritual des Seelenfangs nach einem Tag nicht durchgeführt wurde, entflieht die Seele.
- Die Hului (weibliche Dorfschamanin) besitzen das Wissen wie die Gefäße der Seelen (Köpfe) haltbar gemacht werden können. Für haltbare und mächtige Schrumpfköpfe müssen männliche und weibliche Magie zusammenwirken.
- Opferplätze werden von den Hului gefunden.
Abonnieren
Posts (Atom)